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Welche Zitierweise nehme ich in meiner Hausarbeit?

Aktualisiert am · 4 Min. Lesezeit · vom HidenGPT-Team

Die Zitierweise für deine Hausarbeit legt dein Institut, dein Lehrstuhl oder deine Dozentin fest, also frag nach, bevor du anfängst. Grob gilt: Autor-Jahr-Belege im Text (etwa APA oder Harvard) sind in den Sozial-, Wirtschafts- und Naturwissenschaften verbreitet, Belege in Fußnoten (die deutsche Zitierweise) in Jura und den Geisteswissenschaften.

Wichtiger als der Stil selbst ist, dass du ihn von der ersten bis zur letzten Seite gleich anwendest.

Drei Arten zu belegen (Verbreitung nach der UB Osnabrück, Beispiele aus den Leitfäden der TU Berlin und der UB Osnabrück, gelesen am 6. Oktober 2026)
SystemBelegVerbreitet inBeispiel
Autor-Jahr, Stil APAKurzbeleg in Klammern im TextNatur-, Technik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften; in der Psychologie etwa an der TU Dresden(Müller & Neuer, 2019)
Autor-Jahr, Stil HarvardKurzbeleg in Klammern im TextNatur-, Technik-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften(vgl. Müller/Neuer 2019: 23)
Fußnoten (deutsche Zitierweise)Hochgestellte Ziffer, Beleg in der FußnoteJura, Geisteswissenschaften, teils Wirtschafts- und SozialwissenschaftenMeier, Moritz: Titel. Ort: Verlag, Jahr

Wer die Zitierweise festlegt

Eine einheitliche Zitierweise für alle Fächer gibt es im deutschsprachigen Raum nicht. Die Schreibwerkstatt der TU Berlin schreibt, die Vorgaben könnten sich je nach Hochschule und Fachrichtung unterscheiden, und rät, zu Beginn der Arbeit zu klären, welche verlangt wird. Die Fakultät Psychologie der TU Dresden bittet, mit der Betreuerin oder dem Betreuer abzusprechen, welcher Standard gewünscht ist.

Selbst innerhalb eines Systems unterscheiden sich die Details. Die Soziologie der Uni Bielefeld setzt die Seite nach einem Doppelpunkt, etwa Schelsky (1959: 13), das Institut für Künste und Medien der Uni Potsdam nach einem Komma, etwa (Müller 2017, 123). Nimm deshalb den Leitfaden deines Instituts als Vorlage, nicht den einer anderen Hochschule.

Autor-Jahr: APA und Harvard

Bei beiden steht im Text ein Kurzbeleg mit Autor und Jahr, bei Zitaten mit Seite, und am Ende ein alphabetisches Literaturverzeichnis mit den vollständigen Angaben. Die TU Berlin zeigt den Unterschied an einem Beispiel: (Müller & Neuer, 2019) nach APA, (vgl. Müller/Neuer 2019: 23) nach Harvard. In der Harvard-Variante der TU Berlin steht „vgl.“ vor sinngemäßen Zitaten, und je nach Hochschule werden zwei Namen mit Schrägstrich, „und“ oder „&“ verbunden.

In der Psychologie kommt eine Besonderheit dazu: Die Fakultät Psychologie der TU Dresden verweist für englische Texte auf das APA-Manual in der 7. Auflage (2020), für deutsche Texte auf die Richtlinien zur Manuskriptgestaltung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (5. Auflage, 2019).

Fußnoten: die deutsche Zitierweise

Im Text steht eine hochgestellte Ziffer, die Quelle steht unten auf der Seite. Nach dem Crashkurs der UB Osnabrück kommt bei der ersten Nennung die vollständige Angabe in die Fußnote, danach eine Kurzform, und folgt dieselbe Quelle direkt noch einmal, reicht „ibid.“ bzw. „ebd.“ (ebenda). Am Ende steht trotzdem ein alphabetisches Literaturverzeichnis.

Der Leitfaden des Departments für Philosophie am KIT empfiehlt, Fußnoten fortlaufend zu nummerieren, unten auf der Seite statt als Endnoten zu setzen und das Fußnotenzeichen in der Regel hinter das Satzzeichen zu stellen. In Jura nehmen manche Leitfäden nur Literatur ins Verzeichnis, die auch in den Fußnoten steht; der Strafrechts-Leitfaden der Uni Trier lässt Urteile und Gesetze dort ganz weg.

Wenn du mit Literaturverwaltung oder KI arbeitest

Eine Literaturverwaltung spart viel Handarbeit: Die Fakultät Psychologie der TU Dresden empfiehlt Programme wie Zotero, Endnote oder Mendeley, die Belege und Literaturverzeichnis im gewählten Stil erzeugen. Prüf das Ergebnis trotzdem gegen deinen Leitfaden.

Bei KI-Werkzeugen gilt: Jede Angabe muss zu einer Quelle passen, die du gelesen hast, denn Chatbots können Literatur erfinden. HidenGPT zum Beispiel zitiert im Essay-Format nur Quellen, die du selbst angibst, aber nur in APA 7, MLA 9, Chicago (Autor-Jahr) oder Harvard; die deutsche Zitierweise mit Fußnoten kann es noch nicht. Und viele Hochschulen verlangen mit der Abgabe eine unterschriebene Erklärung, dass du selbstständig gearbeitet hast, etwa die Selbständigkeitserklärung in Bielefeld oder die Plagiatserklärung am IKM in Potsdam; lies, was dort zu Hilfsmitteln steht, bevor du KI nutzt.

Häufige Fehler

  • Zwei Systeme mischen: Entscheide dich für Klammern im Text oder Fußnoten und bleib dabei; das IKM der Uni Potsdam verlangt genau diese Entscheidung.
  • Den Stil aus dem letzten Seminar übernehmen: Frag bei jeder Lehrveranstaltung nach, welche Vorgabe gilt.
  • Sinngemäße Zitate ohne Beleg lassen: Auch ein fremder Gedanke in eigenen Worten braucht eine Quellenangabe.
  • Literatur ins Verzeichnis setzen, die du nirgends belegst: In manchen Leitfäden, etwa dem Strafrechts-Leitfaden der Uni Trier, gehört dort nur hinein, was auch zitiert ist.
  • Angaben aus einem Chatbot übernehmen: Öffne jede Quelle und prüf Autor, Jahr, Titel und Seite.
  • Englische APA-Beispiele unverändert in einen deutschen Psychologie-Text setzen: Frag nach, ob die DGPs-Richtlinien gelten, auf die etwa die TU Dresden für deutsche Texte verweist.

Fragen

Welche Zitierweise ist in Deutschland üblich?

Eine einheitliche gibt es nicht. Die UB Osnabrück ordnet Jura und Geisteswissenschaften dem Fußnotenstil zu, Naturwissenschaften, Technik und Medizin dem Autor-Jahr- und dem Nummernsystem und die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften beidem, Autor-Jahr und Fußnoten.

Was ist die deutsche Zitierweise?

Ein Belegsystem mit Fußnoten: Im Text steht eine hochgestellte Ziffer, die Quelle steht unten auf der Seite, bei der ersten Nennung vollständig und danach in Kurzform. Am Ende der Arbeit kommt ein alphabetisches Literaturverzeichnis.

Was ist der Unterschied zwischen APA und Harvard?

Beide setzen Kurzbelege mit Autor und Jahr in Klammern in den Text, unterscheiden sich aber im Detail. Die TU Berlin zeigt etwa (Müller & Neuer, 2019) nach APA und (vgl. Müller/Neuer 2019: 23) nach Harvard.

Darf ich die Zitierweise selbst wählen?

Nur, wenn deine Vorgabe es erlaubt. Manche Leitfäden lassen die Wahl, etwa zwischen Klammern und Fußnoten am Institut für Künste und Medien der Uni Potsdam; andere schreiben einen Stil fest vor.

Muss ich auch sinngemäße Zitate belegen?

Ja. Ein indirektes Zitat gibt einen fremden Gedanken in eigenen Worten wieder und braucht deshalb eine Quellenangabe; nach der UB Osnabrück muss die Trennung zwischen eigenen und fremden Inhalten deutlich werden.

Welche Programme helfen beim Zitieren?

Literaturverwaltungen wie Zotero, Endnote oder Mendeley, die etwa die Fakultät Psychologie der TU Dresden empfiehlt. Sie speichern deine Quellen und erzeugen Belege und Literaturverzeichnis im gewählten Stil.

Kann eine KI meine Belege setzen?

Nur als Entwurf, den du prüfst. Chatbots können Angaben erfinden; nutze Werkzeuge, die nur aus deinen eigenen Quellen zitieren, und gleich jeden Beleg mit dem Original ab.

Quellen

  1. Universitätsbibliothek Osnabrück: Crashkurs Wissenschaftliches Zitieren (2020) (geprüft am 6. Oktober 2026)
  2. TU Berlin, Schreibwerkstatt: Harvard-Methode, Zitate, Literaturverzeichnis (geprüft am 6. Oktober 2026)
  3. TU Dresden, Fakultät Psychologie: Zitieren und Literaturverzeichnisse nach APA 7 (Stand November 2021) (geprüft am 6. Oktober 2026)
  4. Universität Potsdam, Institut für Künste und Medien: Leitfaden für Hausarbeiten (geprüft am 6. Oktober 2026)
  5. Universität Bielefeld, Fakultät für Soziologie (PD Dr. Torsten Strulik): Formale Gestaltung von Hausarbeiten (geprüft am 6. Oktober 2026)
  6. KIT, Department für Philosophie: Leitfaden für schriftliche Arbeiten (geprüft am 6. Oktober 2026)
  7. Universität Trier, Professur für Strafrecht: Leitlinien zu den Formalia einer Hausarbeit (geprüft am 6. Oktober 2026)